Schlagwort: Training

  • Psychologie, Personalentwicklung, psychologische Beratung – Hilfreiche Gedanken, Ideen, Links, Bücher und Modelle des Jahres 2025 von Anton Samsonov

    In diesem Beitrag halte ich Links, Zitate, Modelle oder Gedanken fest, die mir, meinen Liebsten oder meinen Klienten im Jahr 2025 begegnet sind. Ich wünschte, ich hätte diesen Beitrag schon früher geschrieben. Und ich fürchte, es wird nicht „perfekt“, dafür aber hoffentlich hilfreich.

    Alle möchten glücklich und zufrieden sein – auf der Webseite von Action For Happiness findest du 10 „Schlüssel“ zu einem glücklicherem Leben. Die Community engagiert sich international für mehr Glück und ist auch auf Instagram zu finden.

    https://actionforhappiness.org/10-keys

    Die Comics von Doug Savage über das Arbeitsleben im Büro sind teilweise sehr lustig. Eines der besten:

    https://pin.it/3PybucANA

    Bei einem Führungstraining von Christiane Schneider aus dem Netzwerk Schnödewind+ habe ich das Motivationsmodell „Moving Motivators“ für mich entdeckt. Es gibt zahlreiche Theorien und Modelle zum Thema Motivation, dieses ist aber für eine schnelle Übung sehr praktisch. Ein weiteres, wissenschaftlich sehr fundiertes Modell ist hier zu finden – Self-Determination Theory, Selbstbestimmungstheorie.

    https://management30.com/practice/moving-motivators

    Neu war für mich auch das Konzept von Tang Ping, „ein Trend aus China bei dem junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahre aus dem Berufsleben ausscheiden oder das Berufsleben reduzieren zugunsten eines ruhigen Lebens.“

    There is more to life than increasing its speed.

    Es gibt mehr im Leben, als dessen Geschwindigkeit zu erhöhen

    Mahatma Gandhi

    Das Buch „The Good Enough Job“ hat mich zum Nachdenken gebracht und insbesondere die Geschichte des Fischers bewegt:

    „In einem sonnigen Fischerdorf legt ein Fischer mit seinem kleinen Boot am Pier an. Er hat einen großen Thunfisch gefangen. Ein Geschäftsmann, der gerade Urlaub macht, beobachtet den Fischer bereits seit einigen Tagen. Er gratuliert ihm zum heutigen Fang und fragt: „Wie lange warst Du auf See, um diesen Fisch zu fangen?“ Der Fischer antwortet: „Nur ein paar Stündchen.“ Daraufhin fragt der Berater…..“

    Quelle: https://teachingstories.de/project/die-geschichte-vom-fischer-und-geschaeftsmann/ | teachingstories.de

    Bist du auch daran interessiert, dich selbst besser kennenzulernen? Dann probiere den kostenfreien Red Bull Wingfinder aus, es ist ein „Persönlichkeitstest“, der einem Stärkentest von Clifton ähnelt. Der Clifton Stärkentest kostet aber ein paar Euro. Ich habe über mich herausgefunden, dass ich besonders diplomatisch und offen für Neues bin.

    Für Unternehmen und Teams, die aus unterschiedlichen Ländern kommen und die Arbeit mit verschiedenen Kulturen bereichern, empfehle ich den Country Navigator als Tool und die Referentin Mala Ullal.

    Daniel Wilms / https://danielwilms.com/

    Für persönliche und berufliche Fotos kann ich den Fotografen Daniel Wilms sehr empfehlen.

    Beim Trennen von vielen Büchern fand ich den 5 Minuten Ansatz hilfreich – ich stellte mir einen Timer an und legte los.

    „Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“

    Sebastian Kneipp (1821–1897)

    Als ich bei ALDI DX gearbeitet habe, bekam jeder Interessierte ein Self-Care Journal zum Befüllen. Im Verkauf findet man es leider nicht, es wurde nur für Mitarbeitende zur Verfügung gestellt.

    Die Fachfortbildung „Lösungsfokussierte Kurztherapie“ von Christa H. bei der Paracelsus Akademie Düsseldorf war eine lehrreiche und spannende Erfahrung: „Weg vom Problem und Hin zur Lösung“. Dort habe ich ein hilfreiches Modell entdeckt, mit dem ich Klienten grob kategorisieren kann:

    • Besucher – Sieht das Problem bei den anderen und weiß eigentlich gar nicht, warum er da ist. Es müsste jemand hier sitzen.
    • Klagender – Sieht sich eher als Opfer und ist „noch“ nicht bereit, etwas zu tun. Stattdessen wird über das Problem sehr ausführlich gesprochen.
    • Kunde – Sieht sich als Teil der Lösung und ist bereit, anzupacken.

    Bei der Arbeit mit Führungskräften, die andere Führungskräfte führen, habe ich häufig aus dem Buch „Fierce Conversations“ von Susan Scott zitiert. „Welches Gespräch müsstet ihr führen, das ihr nicht führen möchtet?“ Die Fragen auf der Seite unterstützen beim Formulieren des Problems.

    „Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, um ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten damit verbringen, über das Problem nachzudenken und fünf Minuten über die Lösung“

    Quelle: https://beruhmte-zitate.de/themen/losung/

    „Enjoy life while you are here. Do not overstrain or try to save too much. […] Life is good and life is rich with things worthwhile and things to enjoy“

    „Genieße das Leben, solange du hier bist. Verausgabe dich nicht zu sehr und versuche nicht, um jeden Preis zu sparen. Das Leben ist gut und voller kostbarer Dinge, an denen man sich erfreuen kann.“

    Ich habe einige Jahre bei Instahelp als psychologischer Online-Berater gearbeitet und brenne für das Thema „Mentale Gesundheit“. Das Buch war ein weiterer Impuls, um einen Mental Health Workout ins Leben zu rufen.

    „Mental Health Workout ist ein wöchentliches Gruppentraining für mentale Gesundheit – ein einzigartiger Mix aus Psychologie und Bewegung. Anton Samsonov, Psychologe (M.Sc.), begleitet dich mit fachlicher Aufklärung, mentalen und körperlichen Übungen sowie ruhigen Denkpausen – damit du dich besser fühlst, besser schläfst und gelassener lebst. Du gehst entspannter nach Hause, als du gekommen bist.“

    Das Projekt war für mich eine interessante Erfahrung. Zu den 5 Terminen in einem Yoga-Studio kamen insgesamt 22 Teilnehmende und haben mehr über mentale Gesundheit und Wohlbefinden erfahren. Vor allem das PERMA Modell von Martin Seligman habe ich in den Fokus gestellt, weil es intuitiv und leicht zu verstehen ist.

    https://zurechtpsychologie.at/perma-modell-martin-seligman

    Es sind meistens die kleinen Dinge, an die man sich erinnert (wenn man die Zeit dafür findet) und die einen zum Lächeln bringen.

    Vor einigen Jahren habe ich den Satz gehört: „Es kommt nicht darauf an wie viel man hat, sondern wie wenig man braucht.“ Es ist hängen geblieben und es erinnert mich an dieses Zitat.

    „He leaned upon the narrow wall

    that set the limit to his ground,

    and marveled, thinking of it all,

    that he such happiness had found.

    He had no word for it but bliss;

    he smoked his pipe; he thanked his stars;

    and, what more wonderful than this?

    He blessed the groaning, stinking cars.“

    Als ich mit meiner Familie in London war, blätterte ich in dem Buch „A short history of London“ und fand dieses Gedicht. Ich fand es bezaubernd.

    Jeder, der die Ursprünge von Führung und Hierarchie in moderner Arbeit besser verstehen möchte, wird dieses Buch interessant finden.

    The temptation to lead as a chess master, controlling each move of the organization, must give way to an approach as a gardener, enabling rather than directing. A gardening approach to leadership is anything but passive. The leader acts as an “Eyes-On, Hands-Off” enabler who creates and maintains an ecosystem in which the organization operates.

    Frei übersetzt: Die Versuchung, wie ein Schachgroßmeister jeden einzelnen Zug der Organisation zu kontrollieren, muss dem Ansatz eines Gärtners weichen: befähigen statt befehlen. Führung als Gartenarbeit ist alles andere als passiv. Die Führungskraft agiert nach dem Prinzip ‚Augen drauf, Hände weg‘ – als Ermöglicher, der das Ökosystem schafft und pflegt, in dem die Organisation erst richtig aufblühen kann.

    Stanley McChrystal

    Und natürlich war auch dieses Jahr voller Kaffee – von scheußlich bis herausragend war alles dabei.

    „Möge dein Kaffee stark und dein Montag kurz sein.“

    Sehr spannend war auch der Vortrag von Prof. Dr. Ingo Froböse bei opta data in Essen:

    Wir haben kein Belastungsproblem. Wir haben ein Regenerationsproblem.

    Prof. Dr. Ingo Froböse

    Sehr unterhaltsam fand ich dieses Zitat, das ich bei einer geleiteten Meditation gehört habe.

    Hast du ein Problem und willst es nicht haben, dann hast du schon zwei.

    Buddha oder so

    Die App Balloon kann ich empfehlen – natürlich auch die App Serenity, die ich seit Jahren nutze und fast allen Klienten empfohlen habe.

    Und wenn ich nach einem Grund suche, um das Verhalten eines Menschen als Psychologe zu erklären, dann kann ich fast immer den Satz zitieren:

    Eigentlich wollen wir alle nur geliebt werden.

  • Kommunikation mit der Gruppe

    Jeder Workshop ist einzigartig, auch wenn die Inhalte die gleichen sind. Jeder Workshop ist eine vorbereitete Improvisation, die anregend, interessant und motivierend sein kann – für den Moderator und die Gruppe. Für einen großartigen Tag braucht es allerdings fast immer eine großartige Vorbereitung.


  • What will your audience thank you for?

    Wofür werden mir meine Teilnehmenden danken? (Zitat)

    Wenn ich mein berufliches Jahr in einen Satz fassen müsste, dann würde es dieser Satz werden. Wie schön, dass ich mein Jahr nicht in einen Satz fassen muss. Ich hatte viele Gelegenheiten, andere beim Wachstum zu unterstützen.

    # Teambuilding-Workshops

    – Teams, die sich nach der Corona-Pandemie intensiver kennengelernt und das Zusammenarbeiten gestärkt haben. Konflikte wurden ausgepackt und das Miteinander unkomplizierter gestaltet.

    # Trainings zu Gelassenheit

    – Mitarbeitende haben trainiert, wie sie sich aus ihrem Gedankenkarussell befreien können, um ihre Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen. Damit sie gedanklich bei ihren Partnern und Kindern sind. Einige von ihnen schlafen ruhiger, ohne darüber nachzudenken, was bei der Arbeit als nächstes passiert.

    # Trainings zu Motivation

    – Führungskräfte haben alltagstaugliche Ideen generiert, wie sie ihre Mitarbeitenden und sich selbst motivieren können. Diejenigen, die da waren, wissen, warum Belohnungen auch demotivieren können und hatten möglicherweise die Einsicht, dass es immer die Basics sind, die den Unterschied machen.

    # Coaching

    – Menschen haben einen Gesprächspartner bekommen, der mit ihnen reflektiert, sie herausfordert, ihnen Impulse gibt und der sie bei ihrer mentalen Entwicklung unterstützt.

    Ich dachte, ich bin: Arbeitspsychologe, Trainer und Coach. Jetzt denke ich: „Wofür werden mir meine Teilnehmenden danken?“

  • Trainingsdesign – Vielseitigkeit schmeckt

    Als ich diese Woche darüber nachgedacht habe, wie ich mit neuen Kollegen über Trainingskonzeption spreche, kam mir der Gedanke:

    Ist effektives Training nicht wie eine Schale Müsli?

    Wer an einem Seminar oder Training teilnimmt, möchte etwas lernen, eigene Fähigkeiten trainieren, sich mit anderen austauschen und bitte… BITTE! … keine Langeweile. Dafür benötigen Trainer verschiedene Zutaten:

    – Übungssequenzen mit relevanten Beispielen

    – Metaphern für einen Perspektivwechsel

    – Ausreichend Kaffee

    – Diszipliniert eingehaltene Pausen

    – Input, Theorie, Modelle

    –  Medien wie Podcast, Artikel, Videos, Cartoons

    Eigentlich ist es nicht schwer, eine Schale mit leckeren Zutaten zusammenzustellen, die nicht nur gut aussieht, sondern auch nahrhaft ist: Hafer, Banane, Yoghurt, Kokosstreusel, Nüsse, Schokostückchen.

    Und eigentlich ist es auch nicht schwer, eine Trainingssitzung mit abwechslungs- und hilfreichen Elementen zusammenzustellen.

    Doch zum einen muss der Anspruch an sich selbst stimmen – Soll es ein geiles Training werden oder reicht ein durchschnittliches Produkt?

    Und zum anderen – ist die Einkaufsliste im Voraus erstellt und durchdacht, sodass die Zutaten griffbereit sind, wenn sie gebraucht werden?

    Eins ist klar – Vielseitigkeit schmeckt.

  • Voller Moderationskoffer – Gute Reise

    Im Leben eines Trainers in der Personalentwicklung gibt es viele schöne Momente. Die ersten aufregenden Momente, während sich der Raum mit unbekannten Gesichtern füllt, die von Minute zu Minute vertrauter werden.

    Der Moment, wenn eine Frage kommt, auf die man sich freut. Der rauschende Austausch der Teilnehmenden. Und auch der kurze, stille Moment, den nur der Trainer erlebt, wenn er in den Raum kommt.

    Der Moment, an dem der Moderationskoffer dort steht, wo man ihn sich wünscht. Geschlossen und glänzend steht er geduldig da und wartet auf seinen Einsatz.

    Der Koffer ist voll von Moderationskarten, Stiften verschiedenster Größen, Farben und Beschaffenheit. Kreppband zum Befestigen, Nadeln zum Pinnen, Post-Its zum Kleben. Tools zum Visualisieren – wohin die Reise auch geht, das Werkzeug ist da.

    Ein Basic. Ein Must-Have. Und dennoch keine Selbstverständlichkeit, dass er dort steht. Von den Helfern im Hintergrund genau geprüft, aufgefüllt und an den Platz zu dem Zeitpunkt hingestellt, an dem man ihn braucht.


  • Nachhaltiges Lernen – Machen und Feedback bekommen

    Nachhaltiges Lernen – Machen und Feedback bekommen

    Für Entwicklung von Mitarbeitern investieren Unternehmen eine Menge Geld. Um neue Märkte zu erschließen, um zu wachsen und herausragende Produkte zu liefern. Das Geld für die Personalentwicklung ist nachhaltig investiert, wenn die Maßnahmen zielführend konzipiert und durchgeführt werden.

    Zu viele Trainings vernachlässigen die fundamentalen Bestandteile der Lernpsychologie und liefern Maßnahmen, die zwar oberflächlich glänzen, aber keine nachhaltigen Lerneffekte hinterlassen. Zu viele Informationen und zu wenig Zeit sind nicht die einzigen Faktoren, die das Lernen erschweren.

    Am besten lernen wir beim Machen. Nicht beim Zuhören. Kürzere Trainingssessions mit wiederholten Übungen. Wenn dazu noch professionelles und systematisches Feedback hinzukommt, ist das Geld nachhaltig investiert.

  • Motivationales Klima im Sport

    Motivationales Klima im Sport

     Timothy Eberly

    Es reicht nicht aus, motiviert zu sein, um im Sport exzellente Leistung zu erbringen. Mehrere Faktoren müssen zusammenkommen, damit sich Erfolg einstellt. Das psychologische Klima in einem Team ist ein solcher Faktor (Keegan et al., 2014). Trainer, die ein positives, unterstützendes Klima schaffen können, stellen die Weichen für Erfolg. Was machen solche Trainer richtig?

    Einbeziehen

    Bereits einfache Gewohnheiten können zum Ziel führen. Zum Beispiel die Fähigkeit der Trainer, ihre Entscheidungen zu erläutern und auf Vorschläge einzugehen, kann der Motivation einen positiven Schub geben.

    Das sollte nicht sonderlich überraschen, wenn wir uns an die Selbstbestimmungstheorie (SDT) erinnern. Damit wird das Gefühl der Selbstständigkeit (Autonomie) und Kompetenz gefördert. Vielleicht möchtest du dir den Beitrag zum Thema Motivation und SDT noch einmal ansehen.

    Motivation – Was treibt uns an

    Warum hat das Eingehen auf Vorschläge der Sportler einen positiven Effekt auf die Motivation? Weil man nach ihrer Meinung fragt. Weil sie sich einbringen dürfen. Weil sie ihre Ideen mitteilen können. Weil sie sich gehört und verstanden fühlen – und dabei ist erstmal nicht entscheidend, ob diese Ideen in die Tat umgesetzt werden. Frage aktiv nach den Ideen der anderen und versuche sie zu verstehen, um ein positives, motivationales Klima zu schaffen.

    Gehört und verstanden

    Jeder von uns möchte gehört und verstanden werden. Das ist ein psychologisches Grundbedürfnis und wir tun gut daran, es zu kennen (Ryan & Deci, 2000). Zum gegensätzlichen Effekt trägt das Gefühl bei, kontrolliert zu werden – Athleten , die das Gefühl haben, kontrolliert zu werden, zeigen eine geringere Motivation (Calvo et al., 2010).

    Keegan et al. (2014) befragten Sportler, Eltern und andere Mitstreiter zu Verhalten, das sie motiviert. Was fanden sie heraus? Eine Übersicht, was zu tun und was zu lassen ist, wäre super gewesen, aber eine eindeutige Liste mit ToDos konnte nicht erarbeitet werden.

    Miteinander sprechen

    Denn es kommt auf viele Faktoren an. So kann ein Kompliment des Trainers bestärkend, aber auch hinterlistig interpretiert werden, je nach Beziehung zum Trainer und je nach Situation.

    Bestimmtes Verhalten führt also nicht zu eindeutigen Veränderungen in der Motivation. Die effektivste Maßnahme zur Förderung von Motivation durch Trainer? Mit den Sportlern sprechen.

    Quellen

    Calvo, T. G., Cervelló, E., Jiménez, R., Iglesias, D., & Murcia, J. A. M. (2010). Using self-determination theory to explain sport persistence and dropout in adolescent athletes. The Spanish Journal of Psychology, 13(2), 677-684.

    Keegan, R. J., Harwood, C. G., Spray, C. M., & Lavallee, D. (2014). A qualitative investigation of the motivational climate in elite sport. Psychology of Sport and Exercise, 15(1), 97-107.

    Ryan, R. M., & Deci, E. L. (2000). Self-determination theory and the facilitation of intrinsic motivation, social development, and well-being. American psychologist, 55(1), 68.

  • Mentale Vorbereitung im Training und Wettkampf

    Mentale Vorbereitung im Training und Wettkampf

     Jill Heyer

    Können wir sagen, dass die Qualität des Trainings über den Erfolg im Wettbewerb bestimmt? Ja, das können wir. Wir wissen auch, dass es nicht ausreicht, viel zu trainieren, um die persönliche Bestleistung abzurufen. Die Menge der Trainingseinheiten sagt nicht immer etwas über die Qualität des Trainings und des sportlichen Erfolgs aus.

    Entscheidend ist nicht nur die Menge der trainierten Zeit, sondern auch die Qualität der Trainer, Trainingspartner, die Ausstattung und die eigene Einstellung. In diesem Beitrag möchte ich den Blick darauf richten, was im Training selten Beachtung findet. Es ist etwas, das deine Leistung positiv beeinflussen kann – mentale Vorbereitung.

    Mentale Vorbereitung = Leistungssteigerung?

    Warum kann dir die mentale Vorbereitung dabei helfen, besser zu werden? Alle Bewegungen, Techniken, Schläge, Tritte, Kommandos, Taktiken und Strategien deines Sports entstehen im Gehirn und werden erst dann in körperliche Impulse und Bewegungen umgesetzt.

    Man könnte auch sagen: Sport ist die Übersetzung der mentalen Kommandos in körperliche Kommandos. Technik unsauber ausgeführt? Bewegungen zu ungenau? Statt es auf schlechte Tagesform zu schieben, könnten wir eine andere Erklärung hinzuziehen, die du in Angriff nehmen kannst. Deine mentale Vorbereitung.

    Sandro Schuh

    Nehmen wir einen Wurf aus dem American Football. Je häufiger du es übst, desto leichter fällt es dir (und dem unbewussten Teil deines Gehirns) diesen Wurf mental vorzustellen. Auch wenn du in deiner Wohnung bist, kannst du mit Leichtigkeit visualisieren, wie du einen Wurf machen würdest.

    Als erfahrener Werfer fällt es dir leicht, die einzelnen Aspekte durchzugehen, auf die du achten musst, bevor du den Wurf tätigst: z.B. Körperhaltung, Beinstellung, Blick, Armstellung, Körperspannung, Winkel der Arme, Griff etc.

    Erst die Kommandos, dann die Bewegung

    Innerhalb von Sekunden ist es für dich möglich, die mentalen Kommandos in eine Bewegung umzusetzen – mühelos und ohne nachzudenken. Doch warte eine Sekunde und erinnere dich an deine Anfänge. War das für dich schon immer so leicht? Erkenne, dass du anfangs kein Gefühl für den Ball hattest und nicht in der Lage warst, auf jedes Detail zu achten.

    Durch geduldige Wiederholung ist es dir im Laufe der Zeit gelungen, ein Gefühl für den Ball zu bekommen und die Bewegung automatisch ausführen zu lassen. Diese mentale Vorstellungsleistung spielt eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen Ausführung von Bewegungen – zuerst musst du dir vorstellen können, wie du etwas tust, bis du es tun kannst.

    Erst vorstellen, dann bewegen

    An dieser Stelle kommt die mentale Vorbereitung ins Spiel. Durch die mentale Vorstellung der Bewegungen, Techniken und Strategien vor dem Training, erstellst du mentale Kommandos, die anschließend in körperliche Bewegungen umgesetzt werden können. Du erleichterst deinem Gehirn und Körper das Abrufen dieser Kommandos, indem du sie vor dem Training aktivierst und damit zugänglich machst.

    Damit steigerst du die Genauigkeit und Sicherheit deiner Bewegungen. Um den Punkt zu verdeutlichen, vergleichen wir dich mit einer großen Bibliothek. Du hast sehr viel Wissen und Erfahrung, worauf du jederzeit zugreifen kannst. Du musst die Bücher allerdings erst aus dem Regal holen, um auf das Wissen zugreifen zu können.

    Hole die notwendigen Bücher aus den Regalen, bevor du das Wissen nutzen kannst – aktiviere vor dem Training die Bewegungen und Techniken, die du brauchst, um die bestmögliche Leistung abzurufen.

    Erfahre mehr über Mentaltraining und Visualisierung im folgenden Beitrag:

    Steigere Motivation und Leistung durch Visualisierung