Play yourself, man! – Was Marketing, Improvisation und Körpersprache gemeinsam haben

Plötzlich, inmitten einer Welt, die zwischen richtig und falsch unterscheidet, gibt es Stimmen, die auf anderen Wellenlängen senden. Deine Stimme zählt. Deine Stimme ist einzigartig.

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In einer Buchhandlung sah ich das Buch: Play yourself, man – über Jazz in Deutschland. Ich muss das Buch nicht lesen. Dieser Titel ist alles, wonach ich die letzten Jahre gesucht habe.

Die letzten Jahre waren geprägt von einer Suche. Die Suche nach einer Antwort. Was mache ich? Ich wünschte mir, ich hätte ein Rezept für das Leben. So eine Art Anleitung. Wie lebe ich richtig?

Ich wünschte, es gäbe jemanden, der mir den Weg zeigt. Ich sprach mit Menschen, las Bücher, wanderte, hörte Podcasts, ging Surfen und recherchierte in der Wissenschaft auf der Suche nach Antworten.

Die Antworten waren wie Kekse, sie schmeckten mir oder schmeckten mir nicht – die Wirkung dauerte aber nicht lange an.

Auf der Suche nach einer Antwort

Its tempting to make a boring product

Auf meiner Suche stieß ich auf Marketingautoren wie Seth Godin, die auf jeder zweiten Seite ihrer Bücher dazu inspirieren, mutig zu sein. Einzigartige Dinge zu kreieren. Nach der eigenen Stimme zu suchen.

Relentless pursuit of mass will make you boring, because mass means average, it means the center of the curve, it requires you to offend no one and satisfy everyone.

This is Marketing - Seth Godin

Qualität zu suchen, statt Massenware abzuliefern. Seth Godin spricht sich gegen das Leben einer „Drohne“ aus. Gegen ein Leben der Durchschnittlichkeit. Gegen ein Leben nach den Regeln anderer. Suche nach deiner eigenen Antwort. Sei keine Kopie einer Kopie von einer Kopie. Sei mutig.

"We are seeking our own little pocket of uniqueness" Seth Godin

Wie leicht das klingt.

Es ergibt Sinn. Und ich denke mir: „Ja, genau“. Und dann kommt der Alltag mit seinen Aufgaben – wie eine Rolltreppe sind sie, es gibt nur einen Gang. Den Vorwärtsgang. Man kann nur nach vorne. Rückwärts ist keine Option. Genau wie Zeit, die nur vorwärtsläuft.

The note is only 20 percent

Auf der Suche nach dieser einen Antwort fand mich auch der Jazz mit seinen exzentrischen Stars wie Miles Davis, John Coltrane. Auch von ihnen fühlte ich mich angesprochen. Sie sprachen zu mir aus der Vergangenheit:

„Anybody can play. The note is only 20%. The attitude of the motherfucker who plays it is 80%“ – Miles Davis.

Miles Davis (Antibes Juan-les-Pins 1963)

Mallory1180, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Plötzlich, inmitten einer Welt, die zwischen richtig und falsch unterscheidet, gibt es Stimmen, die auf anderen Wellenlängen senden. Deine Stimme zählt. Deine Stimme ist einzigartig. Deine Stimme ist einmalig. Du bist ein Unikat. Selbst wenn keiner applaudiert, ist es Kunst. Selbst wenn keiner zuschaut, zählt deine Stimme.

Strenge dich nicht an, perfekt zu sein. Strenge dich an, dein Handwerk zu beherrschen. Strebe danach, du selbst zu sein. Deine eigene Stimme zu finden.

Improvisieren kann jeder

Ich wollte meine Stimme finden – mithilfe von Jazz. Überraschend für mich war, dass Jazz Musiker, Lehrer und Experten dem Freigeist von Jazz widersprachen und sagten: “Du musst spielen können, um Improvisieren zu können.”

Aber warum kann ich nicht sofort improvisieren, fragte ich sie. Um Improvisieren zu können, muss man zuerst etwas können, sagten sie.

Doch wie soll man spielen lernen, wenn man nicht spielt? Wie bekommt man Arbeitserfahrung, wenn man Arbeitserfahrung braucht, um Arbeiten zu können? Wie macht man Geld, wenn man kein Geld hat? Kann nur derjenige Musik machen, der schon Musik gemacht hat?

Schwachsinn.

New Orleans inventors of jazz had strange notions about how to teach music. "I'm going to give you one note today. See how many ways you can play that note"

How to Listen to Jazz - Ted Gioia

Ich weigerte mich, mir das Improvisieren verbieten zu lassen und fand einen Musiklehrer (Danke, Norman Peplow), der meine naive Einstellung unterstützte, dass jeder Improvisieren kann. Vor allem im Jazz. Er zeigte mir nicht nur, dass es möglich ist, mit sehr wenigen Noten zu improvisieren.

Er öffnete mir die Augen für das Musizieren. Musik machen bedeutet nicht, wie Adele, Eric Clapton oder Miles Davis zu klingen. Musik machen bedeutet, wie man selbst zu klingen. Und sich dabei zu entdecken. Seine eigene Stimme finden. Improvisieren kann jeder – auf seine eigene Art und Weise.

Zeig dich

Auf seine eigene Art und Weise sagt auch unser Körper viel über uns, ohne dass wir es wissen. In meinen Trainings zum Thema Kommunikation geht es auch um Körpersprache. Die Menschen möchten mehr über ihre Körpersprache erfahren, sich entdecken, mehr über Gestik und Mimik lernen. Teilnehmer möchten wissen, was richtig und was falsch ist. Wie ich, suchen sie nach Antworten.

Wie stelle ich mich richtig hin? Wo sollten meine Arme sein? Wo soll ich hinschauen? Wie setze ich meine Stimme ein? Jeder Körper ist anders. Jede Persönlichkeit ist einzigartig. Jeder auf seine Weise originell. Jeder hat seine eigene Stimme. Seine eigene Art, sich zu bewegen, zu kleiden und zu verhalten. So tanzen wir den Tanz der Kommunikation und suchen nach Antworten auf Fragen.

Anton beim Kommunikationstraining

Play yourself, man!

Dabei sind die Antworten auf Fragen zum Thema Marketing, Improvisieren und Kommunizieren bei genauerem Hinsehen sehr ähnlich. Suche nach deiner Stimme, deinem Platz in der Sonne, deiner Musik und deiner eigenen Körpersprache.

Sei du selbst.

Play yourself, man!